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Start Ergänzungsprüfung Notfallsanitäter/-in

Ergänzungsprüfungen NFS

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Hintergründe

Am 1. Januar 2014 ist das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV) in Kraft getreten. Für alle Rettungsassistenten/innen besteht eine Übergangsregelung gemäß §32 NotSanG bis zum 31.12.2020.

Bis zu dieser Zeit ist es möglich, die vorherige Ausbildung Rettungsassistenz auf die neue Ausbildung Notfallsanitäter anerkennen zu lassen. Je nach Berufserfahrung (BE) kann die Ergänzungsprüfung direkt abgelegt werden (BE >5 Jahre) oder muss als Voraussetzung vorher an einem Anpassungslehrgang (480h/960) teilgenommen werden.

Die Prüfungsinhalte ergeben sich laut NotSanG und NotSan-APrV aus den 960h umfassenden Anpassungslehrgang, den Rettungsassistenten/innen mit einer Berufserfahrung von weniger als 3 Jahren absolvieren müssen, um an einer Ergänzungsprüfung teilnehmen zu können.

Kollegen/innen mit einer Berufserfahrung zwischen 3 und 5 Jahren haben die Möglichkeit, diese Inhalte in einem 480h umfassenden Anpassungslehrgang zu erwerben.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Kollegen/innen mit einer Berufserfahrung von mehr als 5 Jahren, diese Inhalte "laut Gesetzgeber" bereits beherrschen, da für sie kein rechtlicher Anspruch auf einen Anpassungslehrgang sowie dessen Finanzierung besteht und sie direkt zur Ergänzungsprüfung zugelassen sind.

Kurz: Alle Rettungsassistenten/innen, die eine Ergänzungsprüfung absolvieren wollen, um Notfallsanitäter/in zu werden, müssen die gleichen Inhalte beherrschen – im Rahmen der Prüfung gibt es keine Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Berufserfahrungen.

Von allen wird erwartet, dass die Inhalte des 960h umfassenden Anpassungslehrganges beherrscht werden.

Die Prüfungsinhalte stammen aus dem Lehrplan der 3-jährigen Ausbildung – den Kern bilden gemäß NotSan-APrV die Themenbereiche 3, 6 und 7.

Themenbereich 3:

  • Kommunikation und Interaktion mit sowie Beratung von hilfesuchenden und hilfsbedürftigen Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters sowie soziologischer und psychologischer Aspekte.

Themenbereich 6:

  • Handeln im Rettungsdienst an Qualifikationskriterien ausrichten, die an rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen orientiert sind.

Themenbereich 7:

  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken, lebenserhaltende Maßnahmen und Maßnahmen zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden bis zum Eintreffen der Notärztin oder des Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung durchführen.

Die Erfahrungen aus den anderen Bundesländern und unsere eigenen Erfahrungen bezüglich der Weiterbildung der „erweiterten ärztlichen Versorgungsmaßnahmen“ in den letzten 6 Jahren zeigen, dass nur in sehr wenigen Fällen eine Prüfung ohne eine gezielte Vorbereitung erfolgreich absolviert werden kann. Dies hat mit vielen Faktoren zu tun:

  • Ihre Ausbildung ist evtl. (sehr) lange her und viele Themen haben sich erst in den letzten Jahren entwickelt.

Dies ist uns bewusst und beurteilt nicht, ob man besser oder schlechter ist. Es ist einfach berufliche Realität, dass man nicht mehr alles weiß und wissen kann. Dies geht jedem so.

GEMEINSAM zur UMSETZUNG und zum ERFOLG!

Diejenigen, welche einen Anpassungslehrgang absolvieren müssen, werden im Rahmendieser Zeit gut vorbereitet werden. Für Kollegen mit einer über 5-jährigen Berufserfahrung haben wir ein Konzept vorbereitet, mit dem man sich gut auf die Präsenzphase (Vorbereitungskurs) bei uns vorbereiten kann. Weitere Informationen können Sie hier erhalten.

 

Welche Themenschwerpunkte kommen nun in den Ergänzungsprüfungen dran?

In der Prüfungsfragenkommission hat man sich auf die nachfolgenden Themen geeinigt. Grundlage bilden wie bereits erwähnt die NotSan-APrV, der Lehrplan und insbesondere der Pyramidenprozess der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst des Bundesverbandes und des Landesverbandes Thüringen. Diese Themen sind sowohl Bestandteil der mündlichen und den praktischen Ergänzungsprüfungen. Kleine Änderungen können noch geschehen, diese teilen wir Ihnen selbstverständlich mit, werden aber das Gesamtkonstrukt nicht verändern.

Sie werden feststellen, nichts wirklich NEUES. Lediglich die heilkundlichen Maßnahmen und deren Anwendung machen es anders.

Internistische Notfälle

  • Akutes Coronar Syndrom
  • Pulmonale Spastik
  • Herzrhythmusstörungen (tachykarde/bradykarde)
  • Lungenödem
  • Hypoglykämie
  • Allergische Reaktion (Schock)
  • Hypertone Krise
  • Bewusstlosigkeit (Trachealkanüle)
  • Intoxikationen

Neurologische Notfälle

  • Krampfanfall
  • Fieberkrampf
  • Apoplex


Traumatologische Notfälle

  • Extremitätentrauma
  • Polytrauma
  • Abdominaltrauma
  • SHT
  • Schock (Volumenmangel)
  • Verbrennung
  • Thoraxtrauma

Chirurgische Notfälle

  • Akutes Abdomen (Koliken, Harn-verhalt,...)


Reanimation

  • Reanimation
  • Kinderreanimation
  • Säuglingsreanimation

Geburt und Versorgung Neugeborener


Wie sehen die Ergänzungsprüfungen gemäß §§ 18-19 NotSan-APrV aus?

Laut NotSan-APrV

  • 1 mündliche Ergänzungsprüfung mindestens 20min und maximal 40min
  • 2 praktische Fallbeispiele
    • Internistischer Notfall (inkl. neurologischer und Herzkreislaufstillstand) und traumatologischer Notfall unter Anwendung ärztlicher Maßnahmen 40min.
  • „bestanden“ und „nicht bestanden“
  • Wiederholung bei „nicht bestanden“! Anpassungsmaßnahme §§ 9-10 NotSan-APrV!


Mündliche Ergänzungsprüfung

In der mündlichen Ergänzungsprüfung werden die Themenbereiche 3, 6 und 7 behandelt. Anhand eines Fallbeispiels werden die einzelnen Themenbereiche (TB) bearbeitet. Es wurde festgelegt, dass die Prüfungen 40 Minuten dauern werden. Sie können, wie auch in der Rettungsassistentenprüfung, aus zwei Prüfungskomplexen wählen. Die Zeit ist auf die verschiedenen Themenbereiche aufgeteilt worden.

  • Themenbereich 7:
    • ca. 20 Minuten

  • Themenbereich 6:
    • ca. 10 Minuten

  • Themenbereich 3:
    • ca. 10 Minuten


Praktische Ergänzungsprüfung

Die praktische Ergänzungsprüfung besteht aus 2 Fallbeispielen, welche sich ebenfalls aus den oben genannten Themen ergeben. Auch hier stehen pro Fallbeispiel maximal 40 Minuten zur Verfügung. Sie müssen jedes der Fallbeispiele als „Erster“ absolvieren. Dies bedeutet, dass Sie mit Ihrem Teampartner insgesamt 4 Fallbeispiele absolvieren müssen. Auch hier wurde die Zeit auf verschiedene Bereiche aufgeteilt.

  1. Absolvierung der Fallsimulation (ca. 20 Minuten)
  2. Dokumentation der Fallsimulation mittels Protokoll (ca. 10 Minuten)
  3. Fachgespräch zur Fallsimulation und der Dokumentation (ca. 10 Minuten)

Also ebenfalls ein ähnlicher Prozess, den Sie schon einmal durchlaufen haben. Weitere Informationen erhalten Sie über das Einführungsseminar. Gerne auch direkt bei uns.


Dauer und Termine

Die Prüfungen werden an zwei Tagen stattfinden.

Für alle aktuell von uns angebotenen Termine der Anpassungslehrgänge und Vorbereitungskurse wurde in zeitlicher Nähe die Durchführung von Ergänzungsprüfungen am Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, sowie der Aufsichtsführende Behörde (LVA Weimar) beantragt.

Die Entscheidung, an welcher Prüfung Sie teilnehmen können, liegt an Ihnen und der behördlichen Genehmigung. Dieses können Sie dem Bescheid der Behörde entnehmen. Sie selbst haben immer die letzte Entscheidung.

Sie können sich diesbezüglich jederzeit an uns wenden. Nutzen Sie hierfür die angegebenen Kontaktmöglichkeiten.

 

Zugangsvoraussetzungen

Sie benötigen die Genehmigung der zuständigen Behörde um an der Ergänzungsprüfung teilnehmen zu können. Hierfür ist ein Antrag an die zuständige Behörde zu richten. Möchten Sie, bei einer Berufserfahrung über 5 Jahre, an unserer Schule die Ergänzungsprüfungen absolvieren, schreiben Sie dies bitte mit auf das Antragsformular.

Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

  1. Beantragung, dass die Berufsausbildung Rettungsassistenz und die Tätigkeit im Rettungsdienst anerkannt wird.
  2. Beantragung auf Teilnahme an der Ergänzungsprüfung bei der Behörde. Das Antragsformular wird Ihnen mit dem Bescheid zu Punkt 1 zugesandt.

Anmeldeunterlagen:

  • Anmeldeformular der DAA inkl. des Genehmigungsbescheides der Behörde  (LVA Weimar)

 

Kosten

  • 390,00 Euro

Der Aufwand der Ergänzungsprüfungen durch die personelle Besetzung und die aufwendigen Fallsimulationen erklärt die Höhe der Kosten.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. November 2017 um 17:38 Uhr